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Überraschung: Baselbieter Regierung sistiert Uni-Standort Dreispitz

Der Kanton Baselland hat auf dem Dreispitzareal einen Campus für die Universität geplant. Nun wird dieses Projekt aber auf Eis gelegt.

02.04.2025

Die Baselbieter Regierung will die Entwicklung des Universitätsprojekts Dreispitz in Münchenstein vorerst nicht weiter vorantreiben. Ein Grund dafür sind die laufenden Gespräche zur künftigen Finanzierung der Uni Basel ab 2030, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte.

Zudem zeige eine Neubeurteilung, dass die Bedürfnisse der Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät am bestehenden Standort vorerst «ausreichend bedient» werden könnten, heisst es in der Mitteilung.

Zudem schätze die Universität andere Investitionsvorhaben derzeit als dringlicher ein als der Standort Dreispitz. Die Verhandlungen über die Leistungsperiode 2026 bis 2029 und die damit verbundenen finanziellen Beiträge an die Uni seien von der Entscheidung nicht betroffen. Die entsprechenden Vorlagen sollen im zweiten Quartal dieses Jahres an die Parlamente überwiesen werden.

Die Basler Regierung nimmt den Entscheid des Nachbarkantons «mit Bedauern» zur Kenntnis, heisst es in einer Stellungnahme. Sie gehe davon aus, dass der Entscheid den gemeinsamen Wunsch nach einem Universitätsstandort auf dem Dreispitz nicht grundsätzlich in Frage stelle.

Zum neuen Standort hatten sich beide Trägerkantone im Jahr 2018 öffentlich bekannt. Damals gaben die Regierungsräte beider Kantone bekannt, dass die Juristische und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Münchenstein in ein geplantes neues Uniquartier zügeln sollten. Damit wäre das Baselbiet zu einem «echten» Uni-Standortkanton geworden.

Da es sich bei der Sistierung dieses Projekts um einen politischen Entscheid handle, wolle die Universität Basel diesen nicht kommentieren, heisst es in einem Statement. Die Uni habe Ende 2023 die Mietverträge der beiden betroffenen Fakultäten am Peter Merian-Weg in Basel bis 2039 verlängert. Damit verfüge sie über eine «funktionierende Perspektive» für die beiden Fakultäten. Die Universität hoffe darauf, dass sich die Regierungen auf eine nachhaltige Finanzierung der Hochschule einigen können.